Classical Philology Goes Digital

Working on Textual Phenomena of Ancient Texts

Interdisziplinärer Workshop an der Universität Potsdam

  

Programm
Poster

16.-17. Februar 2017

Digitale Technologien verändern unser tägliches Leben, insbesondere auch die Wissen­schaft. Die Klassische Philologie unterliegt so derzeit ebenfalls einem stetigen Wandel. Die Digital Humanities (DH) haben sich als ein zentraler Bereich in der Wissenschaftslandschaft etabliert und bieten auch den Forschern, die sich mit der Analyse und Interpretation antiker Werke befassen, vielfältige neue Möglichkeiten. Griechische und lateinische Texte werden digital verfügbar und durchsuchbar gemacht (editing, encoding), sie können nach be­stimmten Strukturen durchsucht (text-mining) oder mit diversen Metadaten versehen werden (annotation, linking, textual alignment), etwa im Sinne der traditionellen Kommentare zur Erklärung einzelner Begriffe, Vokabeln, syntaktischer Zusammenhänge (insb. treebanking), zur intra- oder intertextuellen Verknüpfung wie auch zur Verlinkung mit Forschungsliteratur. Vernetzung ist hier ein wichtiges Stichwort, da es mittlerweile für die Klassische Philologie so viel Potential in der Zusammenarbeit mit den Digital Humanities gibt, um sich sinnvolle Werk­zeuge für die Arbeit an antiken Texten zu schaffen, dass für jeden einzelnen die Gefahr be­steht, den Überblick zu verlieren. Das Erkenntnisinteresse ist dabei keineswegs einseitig, im Gegenteil: Für die Digital Humanities ist es äußerst wichtig, mit Fächern wie der Klassi­schen Philologie zusammenzuarbeiten, um digitale Verfahren (weiter) zu entwickeln und zu er­pro­ben.

Genau hier setzt der geplante Workshop an: Forscher werden über Fächer- und institu­tio­nelle Grenzen hinweg zusammenfinden, um ihre Vorhaben zu besprechen. Aus den Digital Humanities sind Experten eingeladen, die Erfahrung mit den speziellen Anforderungen der Klassischen Philologie haben und zu ihren eigenen Methoden und den Chancen für die philologische Forschung hinführen können (u.a. vom AvH Chair of DH / Leipzig, vom CCeH, vom DAI und Dariah-DE). Um ein intensives gemeinsames Arbeiten an den jeweiligen Ideen und Projekten zu ermöglichen, richtet sich der Workshop an Philologen, deren For­schungs­interesse sich auf bestimmte Phänomene eines antiken Textes, beispielsweise Gleichnisse oder Zitate, erstreckt, die Erscheinungsformen und Verwendungsweisen solcher Bestand­tei­le genauer untersuchen wollen und die sich daher unter anderem mit Fragen der Intertex­tua­lität beziehungsweise der Textwiederverwendung auseinandersetzen. Das Ziel, Text­ein­heiten als digitale Daten zu erfassen und zu annotieren, stellt Klassische Philologen vor einander ähnliche praktische Schwierigkeiten. Der Workshop ermöglicht daher Einblicke auf zweierlei Art: Zunächst werden DH-Experten in einem einführenden Teil keynote-Vorträge zu ausgewählten Themen, etwa Text-Mining oder Annotation halten. Sodann wird der Fokus des Workshops darauf liegen, die Projektideen gemeinsam mit den DH-Experten zu dis­ku­tie­ren, digitale Umsetzungsmöglichkeiten auszuloten und zu erläutern sowie idealiter potentielle Kooperationen zu besprechen. Es geht hier explizit um ein gemeinsames Arbeiten an den Ideen und Schwierigkeiten, auch an konkreten Beispielen aus der eigenen Praxis. Dieser Hauptteil wird in zwei Sektionen unterteilt sein, die sich an Methoden der Digital Humanities orientieren und in die sich die Projekte nach ihrem Schwerpunktinteresse jeweils ein­ord­nen: 1. Digitale Daten gewinnen: Computergesteuerte Analyse antiker Texte, Texteinheiten er­mit­teln; 2. Texte kommentieren: Annotation und Verlinkung. Dies schließt keineswegs aus, dass beide Themenbereiche mehr oder minder bedeutsam für die einzelnen Vorhaben sind.

Das vorläufige Programm finden Sie hier.

Call4Papers in deutscher Version / englischer Version.

Der Workshop wird gefördert von der Volkswagenstiftung.

Organisation:

Dr. Karen Blaschka, Klassische Philologie, Universität Potsdam
Dr. Monica Berti, AvH Chair of DH, Universität Leipzig